AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Die Wahl ins Nichts

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Nur gut, das Wahlkampfgedöns ist bald vorbei.
Bleibt nur zu hoffen dass die Völkischen möglichst wenig Stimmen in Berlin bekommen.
http://www.blog.schattenbericht.de/2016/09/das-rechte-netzwerk-der-berliner-afd/

Was die stadtpolitischen Gruppen zu den Parteien sagen:
“Mietpreisbremsen versagen und Mieten machen weiter arm. Die Parteien täuschen uns mit Schein-Initiativen. Als Regierung haben sie alle den Ausverkauf der Stadt betrieben. Sie haben den Sozialen Wohnungsbau abgeschafft, öffentliches Eigentum verhökert, städtische Wohnungsbaugesellschaften verscherbelt oder auf Gewinn getrimmt. Gerade werden die sozialen Bindungen zehntausender Sozialwohnungen verschenkt. Grünflächen werden verschachert und zubetoniert. Politikerinnen und Politiker nehmen in Kauf, dass Menschen mit kleinem Einkommen aus ihrem Zuhause verdrängt und ihren sozialen Zusammenhängen gerissen werden.”
http://mietenstopp.blogsport.de/

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Kann zwar nicht die Grünepartei wählen, das Wahlplakat find ich aber gut:

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Bleibt eigentlich nur Die Partei: die verspricht wenigstens nicht mehr oder weniger als “Laichtum für Aale!”
http://die-partei-berlin.de/

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2016-09-15

Visuelle Interventionen im öffentlichen Raum NO AMNESTY ON GENOCIDE DEUTSCHLAND

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31. August 2016 18:00-20:00
NO AMNESTY ON GENOCIDE DEUTSCHLAND
von AFROTAK TV cyberNomads
danach Abschlußparty des Project Space Festivals

Visuelle Interventionen im öffentlichen Raum
Fassadenausstellung / Interactive Exhibition 31. 8. - 11. 11. 2016

Kule e.V., Auguststraße 10

18.00h Der Menschwerdungs-reMix | Black lives Matter ?Literarische Multi-Media Performance? von AFROTAK TV cyberNomads
Eine dekoloniale Reise durch die Staatsformen Deutschlands. Mit Fokus auf Kontinuitäten der deutschen Geschichte. Aus Perspektive der Schwarzen Deutschen und der afrikanischen Diaspora Deutschlands.

Ein Projekt von KuLe e.V. & AFROTAK TV cyberNomads in Zusammenarbeit mit dem Project Space Festival Berlin 2016

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siehe (höre) auch den RADIO- Beitrag vom 23.07.2016 auf Deutschlandradio Kultur zum Thema:

“Während des Herero-Nama-Kriegs vor über 100 Jahren töteten deutsche Kolonialtruppen rund 100.000 Einheimische. Die Bundesregierung habe sich schwergetan, von Völkermord zu sprechen, sagt der Afrika-Historiker Jürgen Zimmerer.
(…)
Seit 1884 ist Deutschland Kolonialmacht mit vier Kolonien in Afrika und einigen kleineren Besitzungen im Pazifik. In Afrika ist es Togo, Kamerun, Deutsch-Ostafrika - das heutige Tansania im Wesentlichen - und Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia.

Und 1904 leisten die Herero Widerstand gegen die zunehmende Entrechtung, also Betrügereien im Landkauf, im Kreditwesen. Es gibt zahlreiche Übergriffe auch der zahlreichen weißen Männer. Es waren fast nur weiße Männer als Siedler oder als Soldaten in der Kolonie. Und 1904 kommt es eben zum Widerstand, zu einem sehr erfolgreichen Widerstand, der eigentlich fast das gesamte koloniale Projekt in Südwestafrika zum Einsturz bringt. Und Berlin entscheidet sich zur Entsendung von Ersatztruppen unter einem General namens Lothar von Trotha, der als besonders brutaler Kolonialkämpfer eigentlich bekannt war, der jetzt einen Freifahrtschein erhält für sein Vorgehen in Südwestafrika, Auftrag lautet den, wie es hieß, “Aufstand” mit allen Mitteln niederzuschlagen.(…)
Und noch auf dem Schiff, auf der Fahrt nach Namibia wird im Grunde das Kriegsrecht verhängt und es wird praktisch angeordnet, dass jeder Herero, der im Akt des Widerstands aufgegriffen wird, standrechtlich zu erschießen ist.(…)
Es kommt dann im August zur sogenannten Schlacht am Waterberg, die nicht die Entscheidung bringt. Die Herero, die sich dort versammelt hatten mit Frauen und Kindern, entziehen sich der Umkesselung und ziehen eben nach Osten in Richtung des heutigen Botswana, in Richtung der Omaheke-Wüste. Die deutschen Truppen setzen nach und machen erst Halt, als sei selbst völlig entkräftet am Wüstensaum im Grunde nicht mehr weiterkönnen, weil auch sie nicht mehr genug Wasser vorfinden, und besetzen diese Wasserstellen. Und am 2. Oktober wird eben dieser Schießbefehl oder “Vernichtungsbefehl”, wie er auch heißt in der Literatur, eben erlassen in dem es heißt, die Herero müssen das Land verlassen, sonst werden alle erschossen. Und in einem Tagesbefehl: “Frauen und Kinder werden nicht erschossen. Es wird über deren Köpfe hinweg geschossen. Dann werden sie schon wieder zurückrennen in die Wüste” und dann, ist die Bedeutung, “den Dursttod sterben”.

Deutschlandradio Kultur: Also, für Sie ist das Urteil ein deutliches. Es handelt sich um einen Völkermord, weil die Absicht war, eben das Volk der Herero auszurotten?

Jürgen Zimmerer: Ja. Und zwar – es heißt zwar in dem Befehl, sie müssten das Land verlassen – aber in der konkreten Situation bedeutet das im Grunde, in die Wüste ziehen, wo sie umkommen.”
http://www.deutschlandradiokultur.de/afrika-historiker-juergen-zimmerer-zaehe-verhandlungen-um.990.de.html?dram%3Aarticle_id=360761

siehe auch:

Gerhard Seyfried
Herero. Eichborn Berlin 2003 (gebundene Ausgabe mit Illustrationen)
Herero. Aufbauverlag Berlin 2003, (Taschenbuch ohne Illustrationen)

2016-08-31

Äh … Bärgida?

Das ich das noch erleben muß

Da sitzte beim Abendessen und hörst von draussen über Lautsprecher “Festung Europa macht die Grenzen dicht”, guckst raus und da läuft ein Häufchen von 20 Leuten mit Deutschlandfahnen mitten durch die AUGUSTSTRASSE begleitet von Polizisten.

Da bleibt einen gleich der Bissen im Hals stecken und geht auf die Strasse.
Am Koppenplatz der Endpunkt dieses Aufzugs, was gut war, man mußte nicht soweit hinterher laufen.

Das ich das noch erleben konnte

Aus vielen Häusern kamen Nachbarn und zeigten lautstark ihre Empörung über die gehörten Sprüche.

Das beruhigt etwas.

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2016-08-22

Wunderkammer Olbricht

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Jetzt war ich mal ein paar Wochen nicht in Berlin und da wurde ein wunderbares Kunstwerk an die Wunderkammer Olbricht geliefert und ich hab das nicht mitbekommen.

Was ich sonst noch verpasst habe ? Demnächst mehr. Versprochen.

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2016-08-17

b-flat in der Rosenthaler Straße 13

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Foto: Josmar Langner

Und wieder einmal mußte eine seit 21 Jahren bestehende Stätte in der Spandauer Vorstadt schliesen nur weil die Eigentümer des Hauses Rosenthaler Straße 13 (Ariel & Daniel Cukierman GbR) mit ihrer hauptsächlich an IT-Startups vermieteten Immobilie wahrscheinlich noch mehr Profit machen wollen.
Der Mietvertrag wurde dem b-flat ohne Begründung nicht verlängert.
Vor 20 Jahre gründeten Jannis und Thanassis Zotos gemeinsam mit den Schauspieler André Hennecke das b-flat in der Rosenthaler Straße. Unvergessen sind für mich die jährlich stattfindenden Konzerte der Zotos Kompania, in den ersten Jahren am Silvesterabend, in den letzten Jahren an einen der Weihnachstfeiertage.

Zum Glück konnte das b-flat schnell ein neues Domizil finden, in der Dircksenstraße 40, nur 8 Minuten Fußweg vom alten Standort entfernt.

Heute ist Eröffnung des “NEUEN” b-flat und die Zotos Brüder lassen es sich natürlich nicht nehmen, das Eröffnungskonzert selbst zu spielen!

Kompania Z - Aus Motiven der griechischen Volksmusik, Instrumenten des Balkans und des Orients und europäischen Musikstrukturen entstand um 1900 im Schummerlicht zwielichtiger Vergnügungsviertel die Rembetico Musik.
Die sechs Musiker von KOMPANIE Z greifen die alten musikalischen Traditionen des Mittelmeer-Raums auf und beeindrucken durch eine virtuose Show, mal sehnsuchtsvoll-weich, mal wild-jazzig. Ein Abend für Kenner und Liebhaber von Weltmusik und Jazz, ein Abend für Leute, die sich noch zurücklehnen wollen und zuhören wollen.
www.janniszotos.com

Zotos Kompania (Z/GR/D/TR)

Jannis Zotos (oud, bouz, guit, voc),
Thanassis Zotos (voc, perc, bagl), Dietrich Petzold (v, va),
Nevzat Akpinar (saz), Jan Hermerschmidt (cl, bcl),
Wolfgang Musick (cb)

15.07.2016 um 22:00.

b-flat
Acoustic Music
+ Jazz Club
10178 Berlin-Mitte
Dircksenstr. 40

siehe auch:

http://ina-kutulas.de/2016/07/13/die-untergruendige-zweite-existenz-des-b-flat/

Entstehung und Wandel einer städtischen Musikkultur Griechenlands - Die Rembetika, Thede Kahl, Wien
http://www.slawistik.uni-jena.de/tl_files/Dokumente

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/delicious-doughnuts-schliesst

2016-07-15

Baustellenabsperrungen

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Weil der Kanal- und Schachtdeckel der Telekomleitung kaputt ist, steht seit fast einen Jahr diese Baustellenabsperrung auf dem Gehweg der Auguststraße.

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Hat die Telekom wohl vergessen, - inzwischen wächst das Grün - auch schön.

2016-06-29

Forum Museumsinsel - Urbanität läßt sich nicht planen

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Die bisher geschlossene Häuserfront an der Oranienburger Straße wird mit direktem Zugang in den neu zu gestaltenden Platz, das sogenannte Forum, geöffnet.

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Im “Forum” wird der Münchner Feinkosthändler Käfer eine Markthalle betreiben für mediterranen Spezialitäten, aber auch “Strassenmusiker sind willkommen, aber die müssten sich bewerben”, so der Geschäftsführer der Freiberger Projektentwicklung GmbH, Klaus Kirchberger.

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Da schwärmt der Freiberger Spezl Christoph Stölzl, Kuratoriumsmitglied der Freiberger-Stiftung:
“Es passiert vielleicht alle 100 Jahre einmal, dass mitten im Zentrum einer Stadt ein so großes Projekt beginnen kann. Vergleichbar hätten nur das Rockefeller Center in New York oder das Centre Pompidou in Paris zu der kompletten Neuausrichtung eines Viertels beigetragen. Mit seinen Geschäften, Restaurants und Cafés werde das neue Quartier eine Schnittstelle von Kultur und Szene bilden.”
http://www.morgenpost.de/berlin/article105095258/Hier-entsteht-Berlins-groesstes-privates-Bauprojekt.html

“Doch Urbanität planen zu wollen wäre ein Widerspruch in sich. Man kann allenfalls Räume offen lassen, damit sich darin urbane Qualitäten entfalten können. (…) Das sind Räume mit geringer Regelungsdichte.” (Walter Siebel)

Aber um so einen Raum handelt es sich bei diesen “Forum” bestimmt nicht, ich befürchte das Gegenteil wird der Fall sein: ein privatisierter, stark reglementierter Stadtraum, eine weitere Angleichung von Innenstadt und Shopping-Mall.

siehe auch:

Walter Siebel, Die Kultur der Stadt, Frankfurt am Main 2015


http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-und-der-zeitgeist-der-1990er-jahre

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-pizzabaecker-freiberger-vermietet-an-pizzalieferdienst
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt

2016-06-24

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