AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Kulisse Auguststrasse - Magical Mystery

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Wieder einmal waren die Fassaden der wenigen UNSANIERTEN ALTBAUTEN in der Auguststraße Kulisse für einen Kinofilmdreh.

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Gedreht wurden gestern Szenen für die Kino-Adaption von Regeners Roman “Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt”.

Dazu wurde an der Auguststraße 17 1990er Jahre Technoplakate geklebt, Pflastersteine aus dem Gehweg entfernt und mit viel Wasser der Gehweg verschlammt - so stellt sich der Regisseur und der Szenenbildner die Straßen in den 1990er vor.

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Soweit ich mich an die frühen 1990er erinnern kann, waren die Gehwege in der Spandauer Vorstadt alle in Ordnung.

siehe auch:
Einfallslose Locationscouts - immer wieder Auguststrasse

2016-05-18

Wohnungen in dem Wohnprojekt Linienstr. 206 geräumt

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gesehen 2013

“Heute morgen um 7:40 Uhr begann die Räumung von 2 Wohnungen in dem Wohnprojekt Linienstr. 206.
Gerichtsvollzieher, Eigentümer, Security und Polizei verschafften sich gewaltsam zutritt zu 2 Räumen, warfen in den entsprechenden Rämlichkeiten befindliche Personen aus dem Haus und verbrachten alle Sachen in einen mitgebrachten LKW.”
http://linie206.blogsport.de/

“Seit der Besetzung 1990 gibt es in der Linienstrasse 206 ein lebendiges, politisches Wohnprojekt. In den vergangenen 22 Jahren gab es immer mal neue Eigentümer_innen, die versuchten ihre Vorstellung davon mit dem Haus Profit zu machen umzusetzen. So auch die neuen Eigentümer Frank Wadler und Bernd-Ullrich Lippert: Nach erzwungenen Hausbesichtigungen und diversen von ihrer Seite abgelehnten Gesprächsangeboten kamen jetzt die ersten Abmahnungen, Kündigung und zu einem seit Herbst 2012 anhaltenden Rechtsstreit.(…)
Ein kurzer Abriss der Spekulationsgeschichte der Linienstrasse 206:
Seit der Rückübertragung des Hauses an die Erbengemeinschaft ist es mehrfach verkauft und erworben worden. Die ersten Eigentümer war die HOP Grundbesitz GmbH aus Bremen, ihr Eigentümer Herr Penske, die das Haus für ca. 600.000 DM kaufte. Er hatte die Idee, einen Hotelkomplex in Mitte zu bauen und kaufte das Haus ungesehen. Dies zieht sich auch durch die weitere Verkaufsgeschichte. 2008 wurde das Haus für 430.000 € an die Mirhaj und Steinich GbR verkauft, die versuchte mit fadenscheidigen Gründen die Hausgemeinschaft raus zu werfen, scheiterte allerdings am Protest der Nutzer_innen und ihrer Freund_innen. 2010 kauften die jetzigen Eigentümer, die Lippert und Wadler GbR, das Haus für 600.000 €. Der Preis für die Linie206 hat sich also in den letzten 12 Jahren faktisch verdoppelt, ohne dass sich am Haus praktisch irgendetwas geändert hat!

KeineR der Eigentümer_innen hat etwas in das Haus investiert. KeineR hat sich um den Erhalt dieses schönen Einzelbaudenkmals in Berlin-Mitte gekümmert, ausser uns, den Nutzer_innen!”
http://linie206.blogsport.de/ueber-uns-about-us/

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/wohnen-in-der-stadtmitte

2016-05-10

Demonstrationen und Sperrgebiet in Berlin Mitte

Am Samstag dominierten am Hackeschen Markt mal nicht Touristen und Einkaufswütige - es trafen sich tausende Menschen um gegen eine Demonstration von rechten Gruppen in Berlin-Mitte zu demonstrieren.

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Diese trafen sich am Washington-Platz vor dem Berliner Hauptbahnhof unter dem Motto „Merkel muss weg“, da nach Ansicht dieser Gruppen Merkel eine von den USA und den Rothschilds gesteuerte „Volksverräterin“ sei, die die Grenzen öffnete, um den Bevölkerungsaustausch voranzutreiben.

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Der Aufmarsch von knapp 2000 Teilnehmern wurde von einem großen Aufgebot der Berliner Polizei durchgesetzt.
Fast die gesamte Bandbreite der rechtsextremen Szene war dort vertreten: die neurechte Identitäre Bewegung (IB), die rechtsextreme Partei Der III. Weg, Reichsbürger, Hooligans und Rechtsautonome.

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Durch die Strategie der strikten räumlichen Trennung zwischen Neonaziaufmarsch und Gegendemonstranten ermöglichte es die Polizei, daß die Demonstration bis zu ihren Zielort Bahnhof Friedrichstraße laufen konnte.

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“Die Berliner Polizei ging unter anderem vor dem Bundeskanzlerinnenamt mit unverhältnismäßiger Schärfe gegen den antifaschistischen Protest vor. Steffen Schmidt, Sprecher von Berlin Nazifrei, sagt hierzu: „Wir verurteilen das gewalttätige Vorgehen der Polizei gegen die Teilnehmer*innen der Demonstration von Berlin Nazifrei. Der massive Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken ist durch nichts zu rechtfertigen. Wieder einmal zeigt sich, dass Henkels Sicherheitskonzept darauf ausgelegt ist antifaschistischen Protest gewaltsam zu unterbinden. In Zeiten von Asylrechtsverschärfungen, staatlichem Rassismus und rechter Gewalt sind Antifaschismus und Antirassismus notwendiger denn je.”
Pressemitteilung 07.05.2016: Berlin Nazifrei verurteilt das gewaltsame Vorgehen der Polizei
http://nazifrei.berlin/2016/05/07/pressemitteilung-07-05-2016-berlin-nazifrei-verurteilt-das-gewaltsame-vorgehen-der-polizei/

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Die City Ost wurde quasi zum Sperrgebiet und das Recht in Sicht- und Hörweite von rechten Demontrationen zu protestieren wurde wieder durch die Polizei verwehrt.

2016-05-08

EVOL in der Auguststrasse

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Installation Telekom-Verteilerkasten vor dem Eingang zur Galerie/Auguststraße 21:

EVOL

“Seit 2004 installiert Evol seine Miniaturplattenbauten im öffentlichen Raum. Dabei spielt nicht nur der Ort an sich, sondern auch die Materialität der ausgesuchten Strukturen oder Stadtmöbel eine Rolle, denn deren benutzten und verwitterten Oberflächen verhelfen den relativ einfachen Eingriffen erst zu ihrer optischen bzw. inhaltlichen Qualität. Erdacht wurde das Projekt ursprünglich für Stromkästen, die an fast jeder Straßenecke zu finden sind. Je nach Eigenschaft der gefundenen Objekte aber ergeben sich durch die subtilen Eingriffe auch bizarre architektonische Situationen.

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Mit Architektur als Metapher für den Zustand der Gesellschaft beschäftigt sich EVOL. Seine Reihe der “Plattenbauten” fungieren als Symbol einer gescheiterten politischen und sozialen Utopie. Sie werden, wie kleine Mahnmale der an den Stadtrand gedrängten großen Brüder, wieder in das kollektive Gedächtnis der herausgeputzten Innenstädte installiert. Parasitär bemächtigen sie sich dabei gewohnter und gewöhnlicher Strukturen und Situationen, die durch minimale Eingriffe eine andere Bedeutung erhalten.

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Bevorzugtes Material von EVOLs Atelierarbeiten sind ausrangierte Verpackungs- und Umzugskartons, auf die in einem aufwändigen Schablonenverfahren ‘Portraits’ meist schmuckloser unsanierter Berliner Fassaden aufgebracht werden. Die Verpackung dient meist lediglich dem Schutz seines Inhaltes und sammelt so unwillkürlich die Spuren des Gebrauchs. Eine Art visueller Geschichtsschreibung, eine Identität, die den tatsächlichen Gebäuden im Zuge der kommerziellen Sanierungen abhanden kommt.”

Text: http://www.galerieweisserelefant.de/?page_id=968

Eine Ausstellung zur Wirkungsmacht der nachkriegsmodernen Architektur auf die zeitgenössische Kunst mit Werken von Matias Bechtold, Laure Catugier, Chris Dreier, EVOL, Gary Farrelly, Alekos Hofstetter & Florian Göpfert, Carsten Nicolai, Tim Trantenroth, Julia Zinnbauer, kuratiert von Alekos Hofstetter.

Bis 4. 6. 2016 in der Galerie Weisser Elefant, Bezirksamt Mitte von Berlin, Fachbereich Kunst & Kultur

Auguststraße 21
10117 Berlin
Tel. (030) 28 88 44 54
Di – Fr 11 – 19 Uhr
Sa 13 – 19 Uhr

siehe auch:

http://evoltaste.com/works/category:Selected%20Works

“man muss kein künstler sein oder irgendetwas von kunst verstehen um die kraft seiner bilder zu begreifen”
Arte: Künstler hautnah - Evol Streetart Berlin 2011:
https://www.youtube.com/watch?v=YcF61Ywh-sI

https://fr.wikipedia.org/wiki/EVOL_%28artiste%29

2016-05-04

Wir wollen die Besten im Gefängnis

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Es gab in letzter Zeit diese Werbung in den Berliner U-Bahnhöfen: “Wir wollen die Besten im Gefängnis”, für Personal in den Berliner Justizvollzugsanstalten.
Irgendwie zynisch - angesichts der Tatsache, das bis zu einem Drittel der Gefangenen in der Justizvollzugsanstalt Plötzensee wegen Schwarzfahren einsitzen.
“Wer drei Mal ohne gültigen Fahrschein ertappt wird, muss damit rechnen, dass es eine Strafanzeige gibt. Und wer dann eine verhängte Geldbuße nicht zahlt, wandert in der Regel ins Gefängnis. In der Justizvollzugsanstalt Plötzensee verbüßen bis zu einem Drittel der Insassen solche „Ersatzfreiheitsstrafen“. Grüne, Linke und Piraten fordern sein Jahren, Schwarzfahren nicht mehr als Straftat, sondern als Ordnungswidrigkeit einzustufen. Die Verkehrsbetriebe halten dagegen an den Strafverfahren fest – zur Abschreckung.”
http://www.tagesspiegel.de/berlin/bvg-und-s-bahn-berlin-strafanzeigen-wegen-schwarzfahrens-nehmen-drastisch-zu/12733452.html

2016-04-28

Forum Museumsinsel und der Zeitgeist der 1990er Jahre

“Es zählt zu den ironischen Wendungen der deutschen Geschichte, dass ausgerechnet unter der ersten rot-grünen Bundesregierung der Markt über den Staat dominierte (…).
Privatisiert wurde alles, was nicht bei drei auf dem Baum war. Briefe zustellen, Telefonanschlüsse legen, Strom erzeugen: Das kann doch der Markt alles viel besser als der Staat.”(spiegel)

Bundesinnenministerium

Im Jahr 1997 mietete sich das Bundesinnenministerium unter Manfred Kanther (CDU), anstatt in eine bundeseigene Immobilie zu ziehen, im Bürogebäude auf dem Gelände der ehemaligen Molkerei Bolle im Moabiter Spreebogen ein.
Monatlich muß der Bund 1,1 Millionen Mark Miete an den Eigentümer Ernst Freiberger, Europas größten Pizza- und Pastahersteller (Pizza “Alberto”), überweisen.(welt)

Vorher hatte Freiberger schon seine Anteile an der Tiefkühlpizzafirma verkauft und stieg ins Immobiliengeschäft ein.
Der Bundesrechnungshof urteilt in einem 2005 bekannt gewordenen Prüfbericht, dass der Abschluss des Mietvertrages im Jahr 1997 sowie eines Folgevertrages über weitere Flächen im Jahr 2001 “wirtschaftlich nicht vertretbar” gewesen sei.
http://www.berliner-zeitung.de/rechnungspruefer-kritisieren–wie-blauaeugig-das-innenministerium-einen-mietvertrag-abschloss-eine-teure-fehlentscheidung-15464394

2015 bezog das Bundesinnenministerium dann eine eigene Immobilie: seitdem steht das Bürogebäude am Spreebogen leer und der Bund zahlt wegen des laufenden Mietvertrags weiter jeden Monat eine halbe Millionen Euro.

Forum Museumsinsel

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2001 kaufte Freiberger (jetzt Freiberger Holding) vom Bund den Gebäudekomplex zwischen Ziegelstraße und Oranienburger Straße, bis 1945 Haupttelegrafenamt (HTA) von Berlin, in der DDR-Zeit von der Deutschen Post als Fernmeldeamt und anschließend bis 1998 von der Deutschen Telekom genutzt.

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Seit Herbst 2015 wird nun gebaut. Vermietet wird dann an die Deutsche Telekom und 10.760 m² Bürofläche an das Unternehmen Delivery Hero (Lieferheld und pizza.de).
Dann soll noch ein Hotel und Läden für den “gehobenen Konsum” entstehen.

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Ziegelstraße

Die von der Freiberger Holding 2007 vom Berliner Liegenschaftsfonds gekauften Gebäude südlich der Ziegelstraße (ehemals Universitätsklinik Charité) stehen kurz vor der Fertigstellung.

siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel

2016-04-22

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UPDATE 2016-04-27
Am ehemaligen Fernsprechamt in der Tucholskystraße werden die Gerüste entfernt.

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Areal am Tacheles

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Eine Projektentwicklungsgesellschaft des neuen Besitzers des “Areal am Tacheles”, gekauft hatte 2014 ein Fonds der US-amerikanischen Investmentfirma Perella Weinberg Real Estat, veröffentlichte am 21.3.16 eine Pressemitteilung in der die ersten Planungen erläutert werden: “Die Bagger werden zunächst Gebäudereste der 1909 eröffneten Friedrichstraßenpassage entfernen und das Gelände für den Aushub der Baugrube im November vorbereiten. pwr development will ab Mitte 2018 mit dem Hochbau und den Sanierungsarbeiten beginnen, im Laufe des Jahres 2020 sollen die letzten Gebäude bezugsfertig sein.”

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Erste Bauvoruntersuchungen

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Bäume wurden auch schon gefällt

Die massive Bebauung des 2,5 Hektar großen Geländes sieht nur einen Wohnanteil von 38 Prozent vor und das nur mit Eigentumswohnungen. Der Rest der Flächen werden Büros, Restaurants, Einzelhandel und Hotels “wobei eine Mischung wie am nahe gelegenen Hackeschen Markt denkbar ist: schicke Boutiquen, Kunsthandel und moderne Designshops”. (Tagesspiegel)

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(C) pwr development GmbH

Dabei gilt seit Sommer 2015 in Berlin eine 25 Prozent Sozialwohnungsquote: “Leitlinie dafür ist das im August vergangenen Jahres beschlossene „Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung“, das sich an dem seit Jahrzehnten etablierten Münchner Modell der „Sozialgerechten Bodennutzung“ orientiert. Kern des Berliner Modells ist, die Investoren bei der Schaffung von Baurecht für größere Wohnungsbauvorhaben zu Gegenleistungen zu verpflichten.”
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/mehr-wohnungen-in-berlin-weil-die-stadt-schneller-waechst/11666456.html

Dazu Mittes Bezirkbaustadtrat Carsten Spallek zum RBB: “Heute müsste eigentlich ein Teil als günstige Mietwohnungen für 6,50 € angeboten werden, das wird es nicht geben, weil es ein Bebauungsplan ist, der 12 Jahre alt ist, und nur in neuen Bebauungsplänen wird das festgeschrieben” (Abendschau 21.03.2016)

Die Geschichte des Standorts ist eine Geschichte der Pleiten

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http://www.kunsthaus-tacheles.de/institution/history/

“In nur 15 Monaten entstand das Gebäude zwischen 1907 bis 1908 unter der Leitung des kaiserlichen Baurates Franz Ahrens. 1909 wurde das Kaufhaus eröffnet. Es beherbergte nach der Kaiserpassage Unter den Linden die zweitgrößte Einkaufspassage der Stadt. (…) Schon das erste Kaufhausprojekt musste bald nach der Eröffnung wieder schließen. Nachfolger Wertheim konnte sich nur bis 1914 halten. Schließlich nutzte die AEG das Gebäude als Haus der Technik.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/immobilien/tacheles-alternative-zur-alternativszene/12429304.html
“Ein ganzer Stadtteil mit drei historischen Gebäuden, wurde von der öffentlichen Hand 1998 für 30,9 Millionen Euro an den geschlossenen Immoblienfondsbetreiber August Jagdfeld/Fundus Gruppe verkauft. Seine Investitionen hat er nie getätigt, die öffentliche Hand hat trotz dieses Vertragsbruches keine Rückabwicklung des Kaufes durchgeführt.”
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte

2014 verkaufte Jagdfeld das Gelände für rund 150 Millionen an die internationale Fondsgesellschaft Perella Weinberg.

2016-03-23

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