AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

b-flat in der Rosenthaler Straße 13

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Foto: Josmar Langner

Und wieder einmal mußte eine seit 21 Jahren bestehende Stätte in der Spandauer Vorstadt schliesen nur weil die Eigentümer des Hauses Rosenthaler Straße 13 (Ariel & Daniel Cukierman GbR) mit ihrer hauptsächlich an IT-Startups vermieteten Immobilie wahrscheinlich noch mehr Profit machen wollen.
Der Mietvertrag wurde dem b-flat ohne Begründung nicht verlängert.
Vor 20 Jahre gründeten Jannis und Thanassis Zotos gemeinsam mit den Schauspieler André Hennecke das b-flat in der Rosenthaler Straße. Unvergessen sind für mich die jährlich stattfindenden Konzerte der Zotos Kompania, in den ersten Jahren am Silvesterabend, in den letzten Jahren an einen der Weihnachstfeiertage.

Zum Glück konnte das b-flat schnell ein neues Domizil finden, in der Dircksenstraße 40, nur 8 Minuten Fußweg vom alten Standort entfernt.

Heute ist Eröffnung des “NEUEN” b-flat und die Zotos Brüder lassen es sich natürlich nicht nehmen, das Eröffnungskonzert selbst zu spielen!

Kompania Z - Aus Motiven der griechischen Volksmusik, Instrumenten des Balkans und des Orients und europäischen Musikstrukturen entstand um 1900 im Schummerlicht zwielichtiger Vergnügungsviertel die Rembetico Musik.
Die sechs Musiker von KOMPANIE Z greifen die alten musikalischen Traditionen des Mittelmeer-Raums auf und beeindrucken durch eine virtuose Show, mal sehnsuchtsvoll-weich, mal wild-jazzig. Ein Abend für Kenner und Liebhaber von Weltmusik und Jazz, ein Abend für Leute, die sich noch zurücklehnen wollen und zuhören wollen.
www.janniszotos.com

Zotos Kompania (Z/GR/D/TR)

Jannis Zotos (oud, bouz, guit, voc),
Thanassis Zotos (voc, perc, bagl), Dietrich Petzold (v, va),
Nevzat Akpinar (saz), Jan Hermerschmidt (cl, bcl),
Wolfgang Musick (cb)

15.07.2016 um 22:00.

b-flat
Acoustic Music
+ Jazz Club
10178 Berlin-Mitte
Dircksenstr. 40

siehe auch:

http://ina-kutulas.de/2016/07/13/die-untergruendige-zweite-existenz-des-b-flat/

Entstehung und Wandel einer städtischen Musikkultur Griechenlands - Die Rembetika, Thede Kahl, Wien
http://www.slawistik.uni-jena.de/tl_files/Dokumente

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/delicious-doughnuts-schliesst

2016-07-15

Baustellenabsperrungen

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Weil der Kanal- und Schachtdeckel der Telekomleitung kaputt ist, steht seit fast einen Jahr diese Baustellenabsperrung auf dem Gehweg der Auguststraße.

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Hat die Telekom wohl vergessen, - inzwischen wächst das Grün - auch schön.

2016-06-29

Forum Museumsinsel - Urbanität läßt sich nicht planen

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Die bisher geschlossene Häuserfront an der Oranienburger Straße wird mit direktem Zugang in den neu zu gestaltenden Platz, das sogenannte Forum, geöffnet.

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Im “Forum” wird der Münchner Feinkosthändler Käfer eine Markthalle betreiben für mediterranen Spezialitäten, aber auch “Strassenmusiker sind willkommen, aber die müssten sich bewerben”, so der Geschäftsführer der Freiberger Projektentwicklung GmbH, Klaus Kirchberger.

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Da schwärmt der Freiberger Spezl Christoph Stölzl, Kuratoriumsmitglied der Freiberger-Stiftung:
“Es passiert vielleicht alle 100 Jahre einmal, dass mitten im Zentrum einer Stadt ein so großes Projekt beginnen kann. Vergleichbar hätten nur das Rockefeller Center in New York oder das Centre Pompidou in Paris zu der kompletten Neuausrichtung eines Viertels beigetragen. Mit seinen Geschäften, Restaurants und Cafés werde das neue Quartier eine Schnittstelle von Kultur und Szene bilden.”
http://www.morgenpost.de/berlin/article105095258/Hier-entsteht-Berlins-groesstes-privates-Bauprojekt.html

“Doch Urbanität planen zu wollen wäre ein Widerspruch in sich. Man kann allenfalls Räume offen lassen, damit sich darin urbane Qualitäten entfalten können. (…) Das sind Räume mit geringer Regelungsdichte.” (Walter Siebel)

Aber um so einen Raum handelt es sich bei diesen “Forum” bestimmt nicht, ich befürchte das Gegenteil wird der Fall sein: ein privatisierter, stark reglementierter Stadtraum, eine weitere Angleichung von Innenstadt und Shopping-Mall.

siehe auch:

Walter Siebel, Die Kultur der Stadt, Frankfurt am Main 2015


http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-und-der-zeitgeist-der-1990er-jahre

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/forum-museumsinsel-pizzabaecker-freiberger-vermietet-an-pizzalieferdienst
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-verkaufte-mitte
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt-forum-museumsinsel
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt

2016-06-24

EM 2016 - schwarzer Stoff, roter Kragen, goldene Messingknöpfe

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hier hatte jemand sein nationales Coming-out, gesehen 2006 in der Großen Hamburger Straße

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Party-Patriotismus? gesehen 2008 am Mehringdamm

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Neonazidemonstration 2016 Hauptbahnhof, Berlin

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„Auszug der Jenenser Studenten in den Freiheitskrieg 1813“, gemalt vom Schweizer Maler Ferdinand Hodler für die Universität Jena im Jahre 1908

Die Farben ihrer Uniform - schwarzer Stoff, roter Kragen, goldene Messingknöpfe - gaben die Farben für die deutschen Burschenschaften und die deutsche Nationalflagge vor.

“Nach dem für Napoleon katastrophalen Ausgang des Russlandfeldzuges wurde das erzwungene Bündnis Preußens mit Frankreich im Winter 1812/1813 aufgehoben. Friedrich Ludwig Jahn und Friedrich Friesen, die schon seit 1810 in Berlin das Turnen und Schwimmen gefördert und den geheimen Deutschen Bund gegründet hatten, drängten den preußischen Minister Hardenberg zur Sammlung einer Freischar, in der Freiwillige aus allen deutschen Staaten gegen Napoleon kämpfen sollten. Offenbar vereinbarte man damals die Gründung einer solchen Truppe. Denn noch bevor der König vertraulich von Gerhard von Scharnhorst und offiziell von Major von Lützow um die Errichtung eines von diesem zu führenden Freikorps gebeten wurde, trafen Jahn und Friesen am 29. Januar 1813 am Sammelplatz Breslau ein. Dort warben sie in der Umgebung um Freiwillige und bereiteten alles zur Aufnahme des zu erwartenden Ansturms vor. Lützows Truppe wurde im Februar 1813 mit offizieller Billigung unter dem Namen Königlich Preußisches Freikorps als reguläre Truppe des preußischen Heeres gegründet. Grundlage für die Aufstellung dieses und weiterer Freikorps war die Allerhöchste Kabinetts-Ordre (AKO) vom 3. Februar 1813 über die Aufstellung freiwilliger Jägerdetachements, von der auch der Beiname „Lützower“ oder „Schwarze Jäger“ herrührt, obwohl nur ein kleiner Teil der Truppe tatsächlich aus Jägern bestand.”

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%BCtzowsches_Freikorps

2016-06-12

Archäologische Ausgrabungen auf dem Areal am Tacheles

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Auf dem Areal am Tacheles wird seit Anfang Mai gebaggert. Dabei geht es noch nicht um die Entfernung der Gebäudereste der 1909 eröffneten Friedrichstraßenpassage, sondern um vermutete Siedlungsreste aus dem 17. und 18. Jahrhundert und um die Synagoge der Jüdischen Reformgemeinde, die bis zu ihrer Zerstörung Ende des 2.Weltkriegs auf dem Gelände des Parkplatzes stand.

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“Erst wenn die Archäologen alles freigelegt, vermessen und fotografiert haben, dürfen die Bagger weitermachen.
“Dazu sind die Investoren auch verpflichtet. In der für die Baugrube erteilten Baugenehmigung sei ein Passus enthalten, „der archäologische Rettungsmaßnahmen sicherstellt“, so Berlins Leiterin für Gartendenkmalpflege und Archäologie Karin Wagner.” (Dirk Jericho)

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Synagoge der Juedischen Reformgemeinde
Ausgrabung der Synagoge der Jüdischen Reformgemeinde

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/areal-am-tacheles

2016-05-25

Kulisse Auguststrasse - Magical Mystery

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Wieder einmal waren die Fassaden der wenigen UNSANIERTEN ALTBAUTEN in der Auguststraße Kulisse für einen Kinofilmdreh.

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Gedreht wurden gestern Szenen für die Kino-Adaption von Regeners Roman “Magical Mystery oder: Die Rückkehr des Karl Schmidt”.

Dazu wurde an der Auguststraße 17 1990er Jahre Technoplakate geklebt, Pflastersteine aus dem Gehweg entfernt und mit viel Wasser der Gehweg verschlammt - so stellt sich der Regisseur und der Szenenbildner die Straßen in den 1990er vor.

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Soweit ich mich an die frühen 1990er erinnern kann, waren die Gehwege in der Spandauer Vorstadt alle in Ordnung.

siehe auch:
Einfallslose Locationscouts - immer wieder Auguststrasse

2016-05-18

Wohnungen in dem Wohnprojekt Linienstr. 206 geräumt

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gesehen 2013

“Heute morgen um 7:40 Uhr begann die Räumung von 2 Wohnungen in dem Wohnprojekt Linienstr. 206.
Gerichtsvollzieher, Eigentümer, Security und Polizei verschafften sich gewaltsam zutritt zu 2 Räumen, warfen in den entsprechenden Rämlichkeiten befindliche Personen aus dem Haus und verbrachten alle Sachen in einen mitgebrachten LKW.”
http://linie206.blogsport.de/

“Seit der Besetzung 1990 gibt es in der Linienstrasse 206 ein lebendiges, politisches Wohnprojekt. In den vergangenen 22 Jahren gab es immer mal neue Eigentümer_innen, die versuchten ihre Vorstellung davon mit dem Haus Profit zu machen umzusetzen. So auch die neuen Eigentümer Frank Wadler und Bernd-Ullrich Lippert: Nach erzwungenen Hausbesichtigungen und diversen von ihrer Seite abgelehnten Gesprächsangeboten kamen jetzt die ersten Abmahnungen, Kündigung und zu einem seit Herbst 2012 anhaltenden Rechtsstreit.(…)
Ein kurzer Abriss der Spekulationsgeschichte der Linienstrasse 206:
Seit der Rückübertragung des Hauses an die Erbengemeinschaft ist es mehrfach verkauft und erworben worden. Die ersten Eigentümer war die HOP Grundbesitz GmbH aus Bremen, ihr Eigentümer Herr Penske, die das Haus für ca. 600.000 DM kaufte. Er hatte die Idee, einen Hotelkomplex in Mitte zu bauen und kaufte das Haus ungesehen. Dies zieht sich auch durch die weitere Verkaufsgeschichte. 2008 wurde das Haus für 430.000 € an die Mirhaj und Steinich GbR verkauft, die versuchte mit fadenscheidigen Gründen die Hausgemeinschaft raus zu werfen, scheiterte allerdings am Protest der Nutzer_innen und ihrer Freund_innen. 2010 kauften die jetzigen Eigentümer, die Lippert und Wadler GbR, das Haus für 600.000 €. Der Preis für die Linie206 hat sich also in den letzten 12 Jahren faktisch verdoppelt, ohne dass sich am Haus praktisch irgendetwas geändert hat!

KeineR der Eigentümer_innen hat etwas in das Haus investiert. KeineR hat sich um den Erhalt dieses schönen Einzelbaudenkmals in Berlin-Mitte gekümmert, ausser uns, den Nutzer_innen!”
http://linie206.blogsport.de/ueber-uns-about-us/

siehe auch:

http://auguststrasse-berlin-mitte.de/wohnen-in-der-stadtmitte

2016-05-10

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