
Die Hinweisschilder im Bahnhof Friedrichstraße, die mit dem Slogan „Wir. Dienen. Deutschland.“ den Weg zum Bundeswehr Rekrutierungsbüro anzeigen, wurden in „Krieg. Beginnt. Hier.“ umgeändert.

gesehen am 14.03. Bahnhof Friedrichstraße
Auf der Veröffentlichungsplattform Indymedia fand ich den Hintergrund der Umgestaltung: am Samstag gab es eine Aktion gegen die ‘Normalisierung des Militärischen im Alltag’ vor dem Rekrutierungsladen der Bundeswehr:
“Die Bundeswehr stellt sich in Medien, auf Messen, im Jobcenter und hier in Berlin-Mitte als „normaler Arbeitgeber“ dar und verschleiert die Tatsache, dass sie Menschen sucht, die bereit sind zu töten und selbst getötet zu werden. Die Bundeswehr ist weltweit an Kriegseinsätzen beteiligt. Kriege werden regelmäßig mit dem Einsatz für Menschenrechte und Demokratie gerechtfertigt, tatsächlich sind ökonomische und geopolitische Machtinteressen ausschlaggebend.”
https://linksunten.indymedia.org/de/node/137628
Die Berliner Zeitung berichtete Anfang März unter dem Titel ‘Kaum Besucher in teurem Bundeswehr-Showroom’:
“Die Werbeaktion ist der Bundeswehr einiges wert. Sie zahlt eine Gesamtbruttomiete von 14.705 Euro im Monat. Darin ist die Ladenmiete für die 66 Quadratmeter Showroom enthalten, hinzu kommen die 12 Räume für die Karriereberater auf insgesamt 289 Quadratmetern sowie vier Tiefgaragen-Stellplätze, und das direkt am Bahnhof Friedrichstraße.”
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/bundeswehr-showroom-in-der-friedrichstrasse-kaum-besucher-in-teurem-bundeswehr-showroom-,10809148,30045156.html
siehe auch:
/fuer-ein-verbot-von-gezielter-werbung-fuer-die-bundeswehr-bei-minderjaehrigen
2015-03-16

Alk-Werbung gegenüber der Grundschule in der Gipsstraße

Leider gibt es nur noch wenige Adbuster-Aktivisten.
Viele Street-Art-Arbeiten hier in der Gegend sind wie aus einer Bewerbungsmappe für einen Job in der Modebranche.
Die SZ schrieb anfang Dezember: Berlin lockt Touristen an. Mit ein Grund: Die pulsierende Street-Art-Szene. Führungen bringen Ortsunkundige zu den Hotspots. Dabei dürfen die Touristen auch selbst zur Sprühdose greifen.
Street-Art für Partytouristen … - na dann Prost
2012-12-23

gesehen in der Auguststrasse
Nach den Protesten von Anwohnern in Kreuzberg haben die Initiatoren des “BMW Guggenheim Lab” den Plan aufgegeben, ihre “Denkfabrik zur Zukunft der Städte” auf der Freifläche Schlesische Strasse/Ecke Cuvrystrasse zu errichten.
“Das BMW Guggenheim Lab will ein Forum sein für die Diskussion der Chancen und Probleme künftiger Stadtentwicklungsfragen auch vor dem Hintergrund von Erscheinungen wie der sogenannten Gentrifizierung.”
http://www.berlin.de/landespressestelle/archiv/20120320.1130.367681.html
»Schade, dass sich einige Künstler, Architekten und Stadtplaner nicht zu schade waren, diese Werbekampagne gegen entsprechende Besoldung mitzutragen. “Mit der Experiential Branding-Strategie, und ganz konkret mit dem BMW Guggenheim Lab, möchten wir jene ansprechen, die heute vielleicht noch keine besondere Affinität zur Marke BMW haben - möglicherweise dem Auto sogar ambivalent gegenüber stehen…”, so die Autoschmiede. Deutlicher geht es kaum.»
http://www.klimaretter.info/wohnen/hintergrund/10776-bmw-guggenheim-und-hacks-kamm
Die erste Station des Labs war New York – und auch dort gab es heftige Proteste.

Protest gegen das Lab in NewYorck: Gentrification Is Class War - Fight Back!
siehe auch:
“BMW Guggenheim Lab” unerwünscht
In Berlin regt sich Widerstand gegen das durch den Autokonzern gesponserte Kulturlabor.
www.taz.de/Protest-in-Kreuzberg

gesehen in der Linienstrasse
mehr Informationen:
http://bmwlabverhindern.blogsport.de/hintergrund/
2012-03-20

AUGUSTSTRASSE 48
In der Spandauer Vorstadt wurden in den letzten Jahren die meisten Baulücken durch Neubauten geschlossen - gebaut wurden fast nur noch Luxuswohnungen, die meisten als Eigentumswohnungen.

Fertiggestellt ist gerade die AUGUSTSTRASSE 48, mit einem “exklusives Townhouse” im Hof, 369,00 m² für 6.665,00 EUR Warmmiete. (immobilienscout24)
Auch die Linienstrasse 219 ist nun fertig und viele Eigentumswohnungen sind anscheinend schon verkauft. (”Beispielsweise gibt es nur noch eine Zweizimmerwohnung, ein Townhouse und City-Lofts!”)

In Prenzlauer Berg und Mitte sind in den letzten Tagen gefälschte Einladung zu einem Champagner-Empfang im Luxuswohnprojekt Choriner Höfe verteil worden, darin heißt es, ‘das Unternehmen stehe zu seiner sozialen Verantwortung, die sich durch die absehbare Mietsteigerung nach der Aufwertung der Gegend durch die „Choriner Höfe“ ergebe: Demnach bieten Diamona & Harnisch den Nachbarn, die „den höheren Mietzins nicht mehr tragen können“, Möglichkeiten des Zuverdiensts in Form von Arbeiten als Hausmeister und bei der Grünanlagenpflege. Angeboten werden auch „adäquate Wohnalternativen“ in Nachbarbezirken wie Lichtenberg und Hohenschönhausen.’ http://www.tagesspiegel.de/berlin/gefaelschte-flyer-gegen-luxus-wohnprojekt/3978454.html
Die Linienstrasse 219 wurde in letzter Zeit immer wieder mit Farbe beworfen:


siehe im Gentrification-Blog
Berlin: Luxuswohnprojekte verunsichern die Nachbarschaft

gesehen am Hackeschen Markt
2011-03-23

Aus der Werbung eines Konzerns, “der in deutlich mehr Geschäftsbereichen tätig ist als dem traditionellen Vertrieb von Kaffee”…
“Jede Woche eine neue Welt”
52 mal im Jahr wird eine neue “Themenwelt” erfunden, in der sich die Deutschen mit ihren Wünschen und Bedürfnissen möglichst genau wiedererkennen sollen.(Süddeutschen Zeitung)
2008-09-23
Langfristige Mieteinnahmen und “ein makelloses Erscheinungsbild” verspricht AV Tour Eigentümern von Mauern, Fassaden, Freiflächen und Baulücken.
Hierzu reinigt AV Tour kontinuierlich zum Beispiel Hauswände, Fassaden und Giebel, Stromverteilerkästen. Im Gegenzug sollen die Eigentümer bzw. Verwalter Flächen zur Installation oder Montage von Werbeträger zur Verfügung stellen, statt der “Wildplakatierung und Schmierereien”.
“Plakate sind überall und jederzeit präsent, sie ziehen Betrachter in ihren Bann und bestimmen das Stadtbild, sie prägen sich ein und sind wegen ihrer großen Wikung sehr beliebt. Als spezialisierter Anbieter für kulturaffine Aussenwerbung bieten wir Ihnen eine zielgruppennahe und effiziente Plakatkampagne.(AV Tour GmbH)”




2008-08-30
Graffiti sind dabei, erfolgreich domestiziert zu werden.
Tatsächlich haben zahlreiche Marken, insbesondere Mode- und Lifestylelabels, längst die vermeintlich authentische Formensprache des Graffiti für sich entdeckt und problemlos ins eigene Repertoire übernommen, den Mythos vom Widerstand inklusive.

Werbefläche in der Rosenthalerstraße, Höhe Mulackstraße, 1996. Heute steht auf der Freifläche ein Neubau.
Denn »Graffiti ist in« – das hat mittlerweile sogar die Landeskommission Berlin gegen Gewalt erkannt, die in einem Brief an die Schüler unter dieser Überschrift schreibt: »Graffiti findet nicht nur Ihr gut, sondern auch Erwachsene: wenn es auf Krawatten auftaucht, auf Postern oder in der Krankenkassenwerbung. Ein bisschen Graffiti-Design auf den Espresso-Tassen ist auch o.k.«
(…)Dass Graffiti, solange es illegaler »Vandalismus« bleibt und damit die gängigen Verhaltensregeln in Frage stellt, durchaus nicht als harmlos angesehen und deshalb ständig mit neuen und härteren Sanktionen belegt wird, zeigt, welch subversives, die öffentliche Ordnung gefährdendes Potenzial ihm offenbar immer noch innewohnt. Und zwar genau durch die Kompromisslosigkeit, Absichtslosigkeit, Unvorhersehbarkeit und Unkontrollierbarkeit, die verlorengeht, wenn Graffiti zu Kunst oder Design wird und sich damit wieder klar in herkömmliche Strukturen und Schubladen einordnen lässt.


“Guerilla-Vermarktung” in der Auguststraße in den letzten Tagen
2008-01-04
