Ehemalige Universitätsfrauenklinik Tucholskystraße 2
“Es gibt Momente, in denen ein simpler Wiederaufbau, selbst wenn nicht mehr viel übrig ist, absolut gerechtfertigt ist. Er bewahrt Kontinuität. Das ist nicht unbedingt anspruchslos. Vielleicht ist der Wiederaufbau nicht so schön wie das Original, aber das ist möglicherweise nicht die Frage. Ich bin nicht per se gegen alle historischen Rekonstruktionen.”
David Chipperfield

Das von Martin Gropius und Heino Schmieden 1879 entworfene Hauptgebäude der Universitätsfrauenklinik der Charité, Tucholskystraße 2, wird seit ein paar Wochen entkernt und umgebaut. Die Pläne des für den Umbau verantwortlichen Architekten David Chipperfield sind alles andere als Entwürfe für eine denkmalgerechte Sanierung.

“Das Gebäude ruft mit seinen runden Fensterbögen bei mir Erinnerungen an Ferienanlagen im Mittelmeerraum hervor. Trivial und in der Umgebung sicherlich unpassend” diskutiert das Deutsches Architektur-Forum

(C) Freiberger Holding
Der LANDESDENKMALRAT BERLIN hatte in seiner Sitzung vom 17. Juni 2011 aber keine Bedenken: “Den Planungen und dem Ergänzungsneubau des Martin-Gropius-Hauses an der Tucholskystraße wird zugestimmt. Der verantwortliche Umgang und die hohe gestalterische Qualität direkt gegenüber der Welterbestätte Museumsinsel wurden von den Mitgliedern des Landesdenkmalrates gewürdigt.”

siehe auch:
http://www.morgenpost.de/kultur/article1044912/Wie_Architekt_Chipperfield_mit_der_Kritik_umgeht.html
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-privatisierte-stadt
2012-01-04
Starkstromleitungen



An der Auguststraße 11-17 wurden die letzten Tage Starkstromleitungen verlegt.

Dabei wurde gestern das Schutzgerüst vor der Auguststraße 17 abgebaut und die Installation ‘Offenes Fenster’ zerstört.

Foto: http://panopano.de/berlin/

siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/maedchenschule-baubeginn
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/kulturdenkmal-auguststrasse-11-16
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/auguststrasse-17
2011-11-29
Hotelneubauten in der Spandauer Vorstadt

Torstrasse 136
Der Präsident des deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) ist gegen die Einführung von Mindestlöhnen und einer Bettensteuer. Der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf 7 statt 19 Prozent bei der Hotellerie hat zwar nicht zu gesunkenen Zimmerpreisen oder besseren Löhnen für die Mitarbeiter/innen geführt, aber lockt zu neuen Investitionen.

Hotel Taunus, Foto: Beek100
Das Hotel Taunus, Monbijouplatz 1, wird jetzt durch den Neubau ihr Zimmerangebot vervielfachen …



Das Hotel in der Torstrasse 136 ist kurz vor der Fertigstellung.

Die Touristifizierung der Spandauer Vorstadt geht weiter.
siehe auch:
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/die-touristifizierung-in-der-spandauer-vorstadt
http://auguststrasse-berlin-mitte.de/touristifizierung-die-strasse-der-ameisen
2011-11-17
Die privatisierte Stadt

Durch den Verkauf der öffentlichen Boden- und Immobilienbestände in den letzten 20 Jahren überläßt die “öffentliche Hand” die Gestaltung von Stadt nur noch profitorientierten Privateigentümern, und die entwickeln alle nach dem gleichen Muster: Hotel und Shopping, Büros, Gastronomie und Luxuswohnungen.
Die Gebäude in dem Gebiet zwischen Monbijou-, Tucholsky-, Oranienburger Straße und Spree, über 100 Jahre in öffentlichen Besitz, gleichzeitig von hoher kunsthistorischer Bedeutung, sollen nun ein “exklusives neues Stadtviertel” werden.

Bereits 2001 erwarb die Freiberger Holding, mit Sitz im bayerischen Amerang, den nördlichen Teil des Areals zwischen Ziegelstraße und Oranienburger Straße, ein Gebäudekomplex, bis 1945 Haupttelegrafenamt (HTA) von Berlin, in der DDR-Zeit von der Deutschen Post als Fernmeldeamt und anschließend bis 1998 von der Deutschen Telekom genutzt.



2007 kauften sie die Gebäude im südlichen Teil am Ufer der Spree vom Berliner Liegenschaftsfonds, der im Auftrag der Universitätsklinik Charité ein Bieterverfahren durchführte. Bis Ende 2010 konnte die Humboldt-Universität die Gebäude noch nutzen.



Unter dem etwas anmaßenden Titel „Forum Museumsinsel“ sollen jetzt bis 2014 rund 110.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche ausgebaut und dann vermietet werden.
Darunter sind das älteste Logenhaus Berlins (1789–1791), die von Martin Gropius entworfene Charité-Frauenklinik (1879–1883) das Haupttelegrafenamt (1910–1916) sowie die ebenfalls einst zur Charité gehörenden Häuser Monbijou (1902–1906) und Ida Simon (1908–1910), das Fernsprechamt (1925–1927), sowie die im strengen Bauhaus-Stil errichtete neue Charité-Frauenklinik (1929–1932).

„Wir wollen zwar viel verändern – dabei werden wir jedoch mit den Baudenkmalen äußerst verantwortungsvoll und behutsam umgehen“, versprach der Investor Ernst Freiberger.
2011-10-13
Aktionstreffen gegen den geplanten Umbau des Postfuhramtes

Gestern lud die Initiative “Lebenswerte Mitte” am Spielplatz Auguststraße 5 zu einer Veranstaltung gegen die Pläne der Postfuhramtbebauung des Investors Elad.
Es waren auch die Bezirkspolitiker eingeladen, es kamen dann auch Vertreter der Parteien SPD, CDU und den Grünen - man merkt das Wahlkampfzeit ist …

Die Parteipolitiker konnten ihre Statments abgeben und beantworteten dann Fragen z.B. an die Grünen-Mitte-Kanditatin Andrea Fischer: “Was würden Sie denn tun für den Erhalt des Postfuhramtes”. Die Antwort: “Die Politik könne wenig tun, sie brauche Investoren um so ein Denkmal erhalten zu können.”
Ähnlich äußerte sich Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD), er betonte mehrmals, aber, der derzeitige Investor (es waren auch schon ganz andere da, mit Goldkettchen) der derzeitige Investor ist ja noch mit seinen Vorstellungen der behutsamste …
Ein Vertreter des Investors und der Elad-Architekt Keilholz konnten im Anschluss auch Statements abgeben: die Eliad-Gruppe, sei schließlich kein Konzern, sondern ein Familienbetrieb und wolle auch keine Luxusboutiquen …, und sie als Projektentwickler sind ja aus Berlin und drum keine bösen Investoren …


Zum Glück sah die Dramaturgie der Veranstaltung dann schnell eine offene Aussprache vor und es gab dann Redebeiträge von Anwohnerinnen und Anwohnern die sich kritisch zu der Berliner Stadtpolitik und den Entwicklungen und Veränderungen facettenreich äußerten: von der restlichen Zerstörung des Denkmal- Stadtensembles durch die massive dichte Bebauung, “steigende Mieten” bis zur Touristifizierung der Spandauer Vorstadt wurde dann auch vieles benannt.
Angemerkt wurde, die Politik der Parteien im Bezirksparlament wolle gar nicht im Interesse des Quartiers und der BewohnerInnen handeln, selbst die Einflußmöglichkeiten die sie tatsächlich hätten, schöpfe sie nicht aus.
Ausführlicher zu der Diskussion demnächst auf: http://blog.lebenswerte-mitte.de/

2011-08-26
Mädchenschule - Baubeginn

In der ehemaligen Mädchenschule in der Auguststraße 11-13 haben die Bauarbeiten begonnen, aber der geplante Einzugstermin ist nach hinten verschoben worden. »Vor Dezember wird das nichts«, sagt Silke Neumann, Pressesprecherin des Restaurants Grill Royal, dessen drei Besitzer ein weiteres in der Turnhalle der Mädchenschule eröffnen möchten. Angestrebter Termin war der Oktober.
“Kritik an der Gemeindevorsitzenden und ihrer Informationspolitik übte der Gemeindepolitiker Natan Del. Sie habe in der Repräsentantenversammlung im Dezember, in der über die Vermietung der Mädchenschule diskutiert und abgestimmt worden sei, nicht über den bereits gestellten Antrag auf Anerkennung als Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung informiert.
»Dann hätten wir die Mädchenschule nicht vermieten müssen, sondern hätten etwas Eigenes machen können.» Beispielsweise brauche die Jüdische Oberschule an der Großen Hamburger Straße dringend mehr Platz. Dafür hätte man die Räumlichkeiten in der Mädchenschule ausbauen und nutzen können, forderte Natan Del.”
Quelle: Jüdische Allgemeine

zukünftige Filiale des Restaurants Grill Royal
siehe auch:
Mädchenschule - Grillen in der Turnhalle
Kulturdenkmal Auguststrasse 11-16
2011-07-16
update 25.07.
Postfuhramt - Der Hof wird zum Hinterhof degradiert

Einfahrt Postfuhramt, Auguststr. 5a
Ein paar Visualisierungen zur geplanten Bebauung auf:
http://blog.lebenswerte-mitte.de/
2011-06-07
