AUGUSTSTRASSE                            Keine Kunst

Berlin-Mitte Mai 1979

Berlin-Mitte Mai 1979,  Hans Martin Sewcz
Ecke Auguststraße - Große Hamburger Straße, 1979
Copyright Hans Martin Sewcz

Ganz wunderbare Straßenansichten von Hans Martin Sewcz, mit einer russischen Horizont-Kamera mit 120°-Winkel im Mai 1979 in der Spandauer Vorstadt aufgenommen, werden noch bis 2.3.2012 in der Collection Regard, Steinstr. 12 gezeigt.

Dazu gibt es auch ein Katalogheft mit 24 Straßenansichten.

Katalogheft Berlin-Mitte Mai 1979

Berlin-Mitte Mai 1979: Hans Martin Sewcz
Verlag: Collection Regard
ISBN: 978-3-00-036579-9

Ausstellung:
Collection Regard
Steinstr. 12, Berlin-Mitte

Fr 14-18 Uhr und nach Vereinbarung, Telefon 847 11 947

Ecke Auguststrasse - Grosse Hamburger Strasse, 2012
Ecke Auguststraße - Große Hamburger Straße, 2012

2012-01-26

Deutschland schafft es ab

Thilo Sarrazin
Bravo Sarrazin Aufkleber in der Auguststrasse, November 2009

Im Rahmen der 7. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, organisiert von den KW Institute for Contemporary Art, initiiert der tschechische Künstler Martin Zet die Kampagne „Deutschland schafft es ab“. Er versucht, möglichst viele Exemplare des Buches „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin zu sammeln und sich seiner so zu entledigen.
„Ab einem bestimmten Moment ist es nicht mehr wichtig, was die Qualität oder wahre Intention eines Buches ist, sondern welchen Effekt es in der deutschen Gesellschaft hat. Das Buch weckte und förderte anti-migrantische und hauptsächlich anti-türkische Tendenzen in diesem Land. Ich schlage vor, das Buch als aktives Werkzeug zu benutzen, welches den Menschen ermöglicht, ihre eigene Position zu bekunden.” erklärt Martin Zet. Der Künstler ruft dazu auf mindestens 60.000 Exemplare zu sammeln, was weniger als 5 Prozent der kompletten Auflage entspricht. Die Bücher werden in einer künstlerischen Installation in der 7. Berlin Biennale gezeigt; nach Ende der Ausstellung werden sie recycelt.
Die Berlin Biennale bittet darum Exemplare des Buches in einer der teilnehmenden Sammelstellen abzugeben oder per Post in die KW zu schicken.

Die 7. Berlin Biennale findet vom 27. April bis 1. Juli 2012 statt.

http://www.berlinbiennale.de/blog/news/%E2%80%9Edeutschland-schafft-es-ab%E2%80%9C-%E2%80%93-buchsammelaktion-17483

Auf die Diskussion zu dieser Kunstaktion bin ich schon gespannt …

siehe auch:

Die Statuspanik der Mittelschicht

Gauck attestiert Sarrazin “Mut”

UPDATE :

Statement der Berlin Biennale vom 13.01.2012 zum Kunstprojekt „Deutschland schafft es ab“

Da das am 12. Januar 2012 veröffentlichte Projekt „Deutschland schafft es ab“ des tschechischen Künstlers Martin Zet zu einer unmittelbaren Polarisierung geführt hat, stellen wir hiermit klar:

Martin Zet ruft Personen, die sich aus unterschiedlichsten Gründen von dem Buch „Deutschland schafft sich ab“ von Thilo Sarrazin trennen möchten, auf, es einer künstlerischen Aktion zu spenden. Entstehen soll eine Installation, deren Größe und Ausdruck abhängig ist von der Anzahl der gespendeten Bücher. Während der 7. Berlin Biennale für zeitgenössischen Kunst wird Martin Zet gemeinsam mit dem Publikum an der Frage arbeiten, welchem Zweck die Bücher anschließend zugeführt werden. Das Kunstprojekt hat nicht eine Büchervernichtung zum Ziel, sondern der Künstler verbindet mit der Spende und der Transformation der Bücher einen Akt des Widerstandes gegen den anti-migrantischen und polarisierenden Inhalt des Buches mit künstlerischen Mitteln.

2012-01-12

Sind KünstlerInnen Gentrifizierer

Kunst als Image- und Lifestyleproduzentin

“(….) Das Alltagsleben des “Künstlers” ist zum Inbegriff der Generation Berlin geworden: jung, erfolgreich, spaß- und geldorientiert. Davon profitieren insbesondere die Bauherren, Investoren und Imageproduzenten, die verstärkt Kunst fördern und also die Lebensform “Künstler” mitfinanzieren helfen.(…) Der “Künstler” ist der fleischgewordene Kriterienkatalog öffentlichen Bauaufträge.” (Marius Babias, 2006)

Auguststrasse kw

Auf Initiative der 7. Berlin Biennale und ihres Kurators Artur Żmijewski wurden Statements von verschiedenen Akteur­Innen vor allem aus dem kulturellen Feld angefragt und um Meinungsäußerung zur gegenwärtigen Verfasstheit der Berliner Kulturpolitik gebeten.
Unter anderen antwortete auch Marius Babias, Direktor, Neuer Berliner Kunstverein, mit Zitaten aus seinen 2006 erschienen bemerkenswerten Buch “Berlin. Die Spur der Revolte”. In dem Buch sind auch Bemerkungen zur AUGUSTSTRASSE zu finden:

“Die ihr von Hauptstadtplanern zugedachte Aufgabe, als kultureller Brückenkopf der Wiedervereinigung Investoren anzulocken, erfüllte die Kunstmeile AUGUSTSTRASSE mit Bravour, indem sie mithalf, Politik in Kultur und Protestverhalten in einen Lebensstil zu verwandeln.” Und vorher: “Der dynamische Junggalerist in Mitte hat eine kleine Erbschaft gemacht, er sucht die Nestwärme einer sozialen Community, will Spaß und Perspektive haben, Cool, geschäftstüchtig, frisch geduscht: der Junggalerist.(…)”
Oder: “Doch mittlerweile sind Linien- und Auguststrasse zu Boulevards der Besserverdienenden aufgestiegen, wenn auch in imaginierter Form (…). Galerien, Feinkostgeschäfte, Cafés und Boutiquen schlucken die Touristenmassen. In den topsanierten Apartments und Fabriketagen lebt jetzt die dynamische Handy-Generation das Abziehbild des Künstlers.”

P/Act for Art - Auszüge aus den Statements:

“Von Politik bereinigt, wurde im Berlin der 1990er-Jahre ein neuer Produktionsstoff entdeckt: die eigene Subjektivität, die es zu vernutzen gilt. Das »Versprechen Berlin«, von dem sich so viele KünstlerInnen, KulturproduzentInnen und andere Ich-DarstellerInnen anlocken ließen, besteht vor allem darin, ein dem kulturellen Markt zur Kooptation kritischer Produktionsmodelle geeignetes Wirklichkeitsmodell bereitgestellt zu haben. Der wohl am häufigsten anzutreffende Berlin-Phänotyp ist das aus sich selbst schöpfende Künstlersubjekt, das einen ästhetischen Früchtekorb für den bürgerlichen Distinktionsgewinn bereitstellt.(…)”
Marius Babias
Direktor, Neuer Berliner Kunstverein (n.b.k.), Berlin

” (…)Die Stadtpolitik hat daher aus den Erfahrungen der eigenen Geschichte und der anderer Städte Konsequenzen zu ziehen. »Eine Politik zum Reinhauen« (Arno Brandlhuber) überlässt dem freien Spiel der Kräfte jede Gestaltungsmöglichkeit: Wohnungsbaugesellschaften werden verkauft, die Liegenschaften werden meistbietend verhökert, die Kontrolle über Wasser und Energie outgesourct … Die größten VerliererInnen werden absehbar die ProduzentInnen aller Kultursparten sein, es sei denn, Berlin bekennt sich zu einer Neuformulierung urbaner Politiksteuerung, die Kunst und Kultur als integralen Bestandteil begreift und an den Interessen und Bedürfnissen der in Berlin lebenden Menschen (aus aller Welt!) orientiert ist. Mietpreisbindung, behutsame Stadterneuerung mit den BewohnerInnen und nicht gegen sie, Vergabe von Liegenschaften in Erbpacht an Kultur- und Kunstprojekte mit dem Ziel einer Mischnutzung von städtischen Arealen statt meistbietendem Verkauf, stärkere Kontrolle bei Umwandlung von Miet- in Gewerbenutzung, Maßnahmen gegen die Verdrängung alteingesessener Kleinbetriebe und -händlerInnen, Förderung zur kulturellen Entfaltung der in Berlin lebenden Bevölkerung mit ihren diversen Tradi­tionen und vieles andere mehr. Wenn die bewunderte und viel zitierte besondere kulturelle Atmosphäre Berlins erhalten und sogar weiter ausgebaut werden soll, dann brauchen wir keine Lippenbekenntnisse, sondern Taten und klare politische Vorgaben, sonst wird die künstlerische Kraft und Stärke dieser Stadt bald der Vergangenheit angehören.”
Leonie Baumann
Rektorin Kunsthochschule, School of Art Berlin Weißensee

“Im politischen Selbstverständnis Europas und insbesondere Deutschlands ist Kultur als Leitmedium gesellschaftlicher Selbstbestimmung historisch verankert. Heute, in unseren neoliberal gewendeten Demokratien, lässt sich indes der emanzipatorische Charakter kultureller Produktion für die Selbstbestimmung demokratischer Gemeinwesen immer schwerer erkennen.(…)”
Arno Brandlhuber
Architekt und Stadtforscher, Berlin
Alexander Koch
Kurator, Theoretiker und Galerist, Berlin

“Die Fragen, die Sie ansprechen, gehen am Thema ein wenig vorbei. Was aber ist das Thema? Das Thema ist die generelle Krise der Kunst, die an Überforderung zugrunde zu gehen droht. Im allgegenwärtigen Versagen politischen Handelns, in der durchgängigen Ökonomisierung des öffentlichen Lebens, in der verheerenden Spaltung der Gesellschaft in Besitzstandswahrer und Besitzlose, in den überbordenden Schwärmen von nutzlosen Informationen, die das Wesentliche zur Unkenntlichkeit verwässern, im Versagen intellektueller Instanzen und im Trübsinn institutioneller Überlebenskämpfe soll die Kunst Orientierung geben? Sie soll sich »einmischen«? Wie soll das gehen? Wer sich einmischt, wird Teil der Mixtur, amalgamiert in eine klebrige Suspension von Interessenslagen, die auf alles mögliche gerichtet sind – nur nicht auf die Kunst.(…)
Denn die Künstler haben an Selbstbewusstsein verloren, sie wurden zu allem möglichen degradiert, zu Dienstleistern, Unterhaltungsfreaks und Renditebringern. Die Mehrzahl hat das willig angenommen, nun steht sie vor einem Trümmerfeld verlorener Illusionen. Recht so. Schad’ nichts.(…)”
Matthias Flügge
Kunsthistoriker, Berlin

Quellen:
Marius Babias, Berlin. Die Spur der Revolte, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2006
http://www.berlinbiennale.de/blog/7-biennale/pact-for-art

2011-12-16

WORT-Bild

CROSSWORDS - Eine Wort-Kunst-Ausstellung

CROSSWORDS - Eine Wort-Kunst-Ausstellung

Wer Freude an WORT-Bildern hat sollte sich noch bis 29. Oktober die Ausstellung “CROSSWORDS - Eine Wort-Kunst-Ausstellung” mit Arbeiten von 39 Künstlern ansehen.

crosswords3.jpg

Bruno NagelBruno Nagel

Galerie Jordan/Seydoux,
Auguststraße 22

Dienstag bis Samstag 12 - 18 Uhr

http://jordan-seydoux.com/Galerie-Berlin/exhibitions.html

2011-10-20

Pull Up Those PIIGS

Pull Up Those PIIGS

… schuld sind die faulen Griechen …

Fassadeninstallation des KuLe e.V., Auguststrasse 10, und dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD. Von Martha Rosler in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Comiczeichner Josh Neufeld.

Pull Up Those PIIGS

2011-10-06

Jumpman gekreuzigt

Jumpman

gesehen in der Rosenthaler Strasse

jumpman

2011-09-08

update 2011-09-09

jumpman
Jumpman unter Polizeischutz

Ausstellung OST-BERLIN - vergessene Mitte

OST-BERLIN - vergessene Mitte

Ein stadtgeschichtliches Fotoprojekt im U-Bahnhof Weinmeisterstraße von Sabine Peuckert

6. Juli – 7. September 2011

“…Der U-Bahnhof Weinmeisterstraße gehörte zu den verriegelten „Geisterbahnhöfen“ Ost-Berlins. Das Zentrum Ost-Berlins mit dem neuerbauten Alexanderplatz lag in unmittelbarer Nachbarschaft.
Die Fotografien von Sabine Peuckert sind Erinnerung an eine Zeit, in der die Gegend zwischen Hackescher Markt und Rosenthaler Platz wie eine brachliegende stille Insel war. Das in seiner Straßen- und Gebäudestruktur eines der ältesten Viertel der Stadt glich einem steinernen, vergessenen Biotop, bewohnt zwar, aber wenig belebt. Die Kriegsfolgen waren überall sichtbar: Baulücken und viele Einschusslöcher in den bröckelnden Fassaden. …”
Aus dem Faltblatt zur Ausstellung

OST-BERLIN - vergessene Mitte

OST-BERLIN - vergessene Mitte

OST-BERLIN - vergessene Mitte

2011-07-06

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